Rio San Juan – San Carlos, Esperanza, El Castillo

Nachdem wir eine erholsame Nacht in San Carlos verbrachten, brachen wir auf um auf dem Rio San Juan in Richtung Esperanza zu fahren. Esperanza war unsere Zwischenstation auf dem Weg nach El Castillo und konnte in 1.5h Bootsfahrt erreicht werden. Die länglichen Boote waren eigentlich noch ziemlich bequem und es war interessant einen ersten Eindruck der Leute in der Region des Flusses zu bekommen. Der Bootsverkehr ist neben ein paar raren Busverbindungen eigentlich die einzige und vorallem schnelle Variante sich fortzubewegen. Daher sind die Boote meist voll und es herrschte ein reger Aus- und Einsteigverkehr :). Die Haltestellen waren teilweise auch sehr naturbelassen, also einfach irgendwo am Flussufer. Doch es kamen immer Leute aus den unmöglichsten Richtungen ans Ufer und wollten einsteigen :).

Unsere Anlegestelle war etwas besser, da ein komfortabler Steg bis fast nach vorne ans Wasser kam. Schon vom Flussufer aus konnten wir unsere Unterkunft, die Grand River Lodge, gut sehen. Es ist ein Familienbetrieb, der etwa 10 einfache Bungalows betreibt und einem an dem Familien- und Farmleben teilhaben lässt. Die Familie besteht aus zwei süssen Kinder, den Eltern und vielen Verwandten, die häufig zu Besuch oder zum Essen kamen :). Auf dem Hof leben noch zwei Hunde, Linda und Laura 🙂 und ein Papagei namens Rosita. Auch etliche Kühe und Pferde sind Teil der Farm.
Da Lauras spanisch Kenntnisse zwar schon besser geworden sind, aber mehr in den Bereichen Fortbewegung und Hotelbranche, war die Kommunikation etwas schwierig. Da ihre Homepage auf englisch ist, hatten wir gedacht, dass wenigstens ein bisschen englisch Kenntnisse vorhanden wären, doch Fehlanzeige. Dies war schon etwas schade, da wir so nicht richtig am Leben der Familie teilhaben konnten, da es mit der Verständigung sehr schwierig war. Laura versteht zwar schon sehr viel auf spanisch doch beim Sprechen fehlt halt noch das Alltagsvokabular um eine persönliche Unterhaltung zu führen. Lukas gibt sich Mühe, doch ist es halt schwer ohne Grundlagen eine Sprache zu lernen.

Wir hatten jedoch einen guten Einblick in die Welt des Kakao. Wir besuchten die Kakaoplantagen der Familie und konnten etwas über die Geschichte des Kakao erfahren und haben selber eine Art Schokolade produziert :). Sie schmeckte zwar nicht so gut wie unsere Schokolade zu Hause doch nach 4 Monaten ohne gute dunkle Schokolade, schmeckte es schon sehr gut :). Insgesamt haben wir auf der Farm zwei Nächte verbracht und konnten uns vor unserem Bungalow super gut entspannen.

Am Morgen um 9 Uhr nahmen wir dann ein Boot nach El Castillo. Wir waren etwa 2h unterwegs bevor wir das kleine Städtchen am Fluss erreichten. Hier stiegen wir im Hotel Tropical ab, welches eine super gemütliche Veranda gleich am Fluss besitzt. Nachdem wir noch etwas das Örtchen erkundet haben, machten wir es uns gleich dort oben bequem :). Am selben Abend fanden wir noch heraus, dass heute das Fest des Stiers begann und die nächsten 5 Tage voller Musik- und Spielevents sind. Es war super lustig mitanzusehen wie die Kinder zum Beispiel auf einem selbstgebastelten Tonnenstier geritten sind und herzhaft lachten, wenn einer heruntergefallen war :).
Erstaunlicherweise übernachteten nicht viele Touristen in El Castillo, sondern kamen nur für einen Tagesausflug für 2.5h hierhin. Das Boot um 8 Uhr von San Carlos braucht etwa 3.5h bis nach El Castillo und das letzte Boot zurück nach San Carlos fährt schon um 14 Uhr wieder los. So bleibt einem ja nicht viel Zeit, aber anscheinend reichte es den meisten um die alte Festung auf dem Hügel zu besuchen und etwas durch die Strassen zu schlendern.

Wir unternahmen am nächsten Morgen eine Boots- und Hikingtour zum Indio Maiz Reservat. Zuerst fuhren wir etwa 1h den Fluss in Richtung Karibik hinunter, wo wir endlich ein paar Brüllaffen sahen :). Wir haben sie schon so oft brüllen gehört, doch noch nie gesehen. Wenn man sie aber so brüllen hört, hat man das Gefühl sie seien riesig, doch in Tat und Wahrheit sind sie relativ kleine Affen :). Auf der 3h Hikingtour war dann etwas wenig los. Ausser ein paar coole Frösche und wieder viele Vögel haben wir nicht viel gesehen. Es hat sich aber doch gelohnt, finden wir. Doch nach Costa Rica war es auch schwer uns noch etwas zu zeigen was wir noch nicht gesehen hatten :).

Noch am selben Tag brachen wir auf um direkt nach San Carlos zurückzufahren. Weder in Esperanza noch in El Castillo gab es Internet, so dass wir in dieser Zeit nichts recherchieren konnten. Zurück in San Carlos mussten wir dann ein paar Stunden in die Planung unserer weiteren Reise investieren :).

Unser nächster Halt wird die Pearl Lagoon sein, ein Ort an der Atlantikküste mit mehrheitlich creolischen Bewohnern und karibischem Flair :). Uns stehen 6h Busfahrt von San Carlos nach El Rama und danach nochmals 5h Busfahrt von El Rama nach Pearl Lagoon bevor :).

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Costa Rica – ein Fazit

Aufenthaltsdauer: 25 Nächte
Längster Aufenthalt: Bahia Drake, 4 Nächte
Regentage: 0, aber 3-4 mal kurze Schauer, meist in Regenwaldgebieten
Tagesbudget: 48.- exkl. Tauchen pro Person (ca. 30’000 Colones)

Costa Rica war das erste Land, welches wir in Zentralamerika bereisten. Die Schweiz Zentralamerikas wird es auch genannt. Es ist dann auch so, dass es hier tatsächlich viele Schweizer Reisende hat, obwohl der Name nichts damit zu tun hat. Es hat nämlich auch viele Deutsche, Franzosen und natürlich Amerikaner. Es ist tatsächlich sehr schwierig Orte zu finden, an denen es noch nicht so touristisch zu und her geht. Asien empfanden wir als viel weniger touristisch, beziehungsweise war es einfacher mal weg von den Touristenpfaden zu kommen. Aber natürlich hat dies auch seine guten Seiten. So machten wir ein paar sehr nette Reisebekanntschaften.

Touristen hin oder her, ohne Zweifel ist die Pfanzen- und Tierwelt hier in Costa Rica unglaublich schön.
Es ist ein sehr umweltbewusstes Land, 13% der Fläche steht unter Naturschutz. Es gibt aktuell auch viele Projekte die versuchen die bestehenden Nationalparks zu ‚verbinden‘ um so den natürlichen Lebensraum von gewissen bedrohten Tierarten zu vergrössern, allen voran dem Jaguar. Nur ein sehr, sehr kleiner Teil ist für Menschen zugänglich.

Costa Rica ist ein sehr teures Reiseland, vorallem im Vergeich zu seinen Nachbarländern. Daher auch der Name ‚die Schweiz Zentralamerikas‘. Unser Tagesbudget ist aber dennoch sehr tief geblieben. Einerseits ist dies zu erklären, da wir oftmals selbst gekocht haben. Nicht weil wir speziell aufs Budget geachtet hätten, sonder weil es sich oft einfach so ergeben hat oder man kaum andere Möglichkeiten hatte, wie zum Beispiel in San Gerardo de Rivas oder Uvita. Andererseits haben wir natürlich auch nicht jede mögliche Tagestour gebucht. Diese waren teilweise unserer Meinung nach einfach total überteuert.

Die Ticos, die Einwohner Costa Ricas, waren stets sehr freundlich und hilfsbereit. Es wurde vielleicht nicht so oft gelächelt wie in Thailand, dass war jedoch ganz angenehm ;). Auch sehr schön war, dass man hier wiedermal sehen konnte wenn zwei Menschen verliebt waren. Vorallem in Parks sieht man oft junge Pärchen beim Händchen halten oder Rumknutschen :). Was ja in Asien ein totales NoGo war.

Das Essen in Costa Rica war schon ein wenig so wie man es sich vorstellt. Casado, Chifrjio oder Arroz con Pollo klingt alles sehr intressant, schlussendlich aber einfach Reis, Bohnen und Poulet in unterschiedlichen Variationen :). Sogar das Landesfrühstück Gallo Pinto ist nichts anderes als Reis mit Bohnen. Es gibt aber auch einige sehr gute Restaurants die mehr für die moderne Küche Costa Ricas stehen und sehr vielfältig sind. Man kann hier aber auch sehr gute Pizzas, Burger, Fajitas und so weiter essen. Der Einfluss vorallem von Mexico und der USA ist teilweise sehr gross.

Nach über 3 Monaten Asien war der Wechsel in diese komplett andere Welt schon nicht ganz einfach. Wir haben uns aber schnell aklimatisiert und genossen das Land in vollen Zügen. Costa Rica ist auf jeden Fall einen Besuch wert!