Hualien + Jinlun – Taiwans Osten

Für unseren Flug nach Taipei waren wir frühzeitig am Flughafen in Fukuoka angekommen. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten war, dass wir noch um jede Minute froh sein würden, die wir zur Verfügung haben. Denn beim Check-in teilten uns die Mitarbeiter der Tigerair mit, dass wir nun doch einen Ausreiseflug aus Taiwan benötigen würden, so dass sie uns überhaupt einchecken könnten. Dies sei eine neue Regelung der Tigerair von Fukuoka aus startend. Wir hatten noch knapp 20 Minuten Zeit bis der Check-in Schalter schliessen würde. Dies klingt zwar nach viel Zeit, doch wenn man sich überlegt, dass wir in diesem Zeitraum Wifi suchen und uns überlegen mussten welche Destination an welchem Datum, dann sind 20 Minuten eigentlich viel zu wenig. Nachdem wir uns aber schlussendlich für eine Destination und ein Datum entschieden hatten, kamen noch Probleme beim online Zahlungsvorgang hinzu und schwups waren wir die Allerletzten beim Check-in. Zwischenzeitlich dachten wir wirklich wir würden es nicht schaffen, da die Website von Airasia so Probleme machte und wir den Zahlungsvorgang einfach nicht beenden konnten. Doch auf den letzten Drücker hat es dann funktioniert und wir konnten am Check-in unsere Reservierungsnummer für den Ausreiseflug vorweisen. Aus irgendeinem Grund wurde dann Lukas‘ Rucksack nochmals gescannt, wobei sie ein Feuerzeug erkannten, das nicht in den Laderaum des Flugzeuges durfte. Da der Rucksack aber tausende Fächlein und kleine Taschen aufweist, vergingen nochmals wertvolle Minuten bis das Feuerzeug endlich gefunden wurde und unserere beiden Rücksäcke eingecheckt werden konnten. Puh geschafft! Danach eskortierte uns sogar eine Mitarbeiterin durch die Security bis zum Bus, der uns zum Flugzeug brachte. So gestresst und aufgewühlt nahmen wir selten in einem Flugzeug Platz. Im Nachhinein können wir aber schon wieder darüber lachen :). Vorallem auch weil die Einreise nach Taiwan problemlos verlief. Kein Ausreisenachweis noch sonstige Informationen wollte die Immigrationsbehörde von uns. Daher fragen wir uns heute noch, für was genau ein japanischer Flughafen eine Ausreisebestätigung für ein anderes Land benötigt!?

Der Flug von Fukuoka nach Taipei, der Hauptstadt Taiwans, dauerte gut zwei Stunden. Wir verbrachten die ersten zwei Nächte in Taipei um uns etwas anzuklimatisieren. Für die letzten paar Tage in Taiwan werden wir aber nach Taipei zurückkehren und länger bleiben. Somit werden wir dann ausführlich über Taipei berichten. 
Wir entschlossen uns Taiwan im Uhrzeigersinn zu bereisen. Von Taipei ganz im Norden fuhren wir mit dem Zug nach Hualien an der Ostküste. Hier befindet sich eine der beliebtesten Touristenziele, die Taroko Schlucht. 

Da uns das Zentrum etwas zu hektisch war als Ort zum Übernachten, wählten wir für 4 Nächte eine Unterkunft etwas ausserhalb. Das Hu-Xi Guesthouse war dafür die perfekte Wahl. Lia und ihr Mann sowie 14 Katzen nahmen uns sehr herzlich auf. Da wir uns auch noch etwas erkältet hatten, wurde Lias Mutterinstinkt geweckt und wir wurden von ihr sehr herzlich mit allerlei Hausmittelchen versorgt. Auch mit unendlich vielen Tipps und hilfreichem Kartenmaterial für die Umgebung konnte sie uns weiterhelfen. Wie fühlten uns dort sehr wohl, dazu trugen natürlich auch die Katzen bei :). 
Um uns etwas zu erholen nutzten wir das schöne Wetter und unternahmen eine gemütliche Velotour entlang der Küste von Hualien. Die Radwege sind top, da Velo fahren in Taiwan sehr popülär ist. Die wärmenden Sonnenstrahlen und die Meeresbrise taten uns sehr gut. 

Natürlich besuchten wir auch die Tarokoschlucht. Dafür mieteten wir einen Roller, denn die Schlucht muss mit einem Fahrzeug durchfahren werden und so konnten wir überall stoppen wo wir wollten. Mit dem öffentlichen Bus ist dies fast nicht möglich, da diese zu selten fahren. Sehr eindrückliche steile Felswände und aufwendige Tunnels, die die Schlucht erfahrbar machen, bekamen wir zu sehen. Vom Anfang bis zum hinteren Ende sind es circa 18km. Wir hatten echt das Gefühl immer tiefer in den Schlund hinein zu fahren. Umso lustiger ist es daher, dass am Ende sogar ein 7/11 Conviencestore zu finden ist :). Wettertechnisch war es an diesem Tag bewölkt, jedoch kein Regen, was in Taiwan doch sehr häufig vorkommt. Statistisch gesehen regnet es durchschnittlich an 10 Tagen in einem Monat. 

Lia gab uns noch einen Tipp für einen Ausflug an den Lyiu Lake und einem nahegelegenen Flussbeet. Dort gäbe es schöne grüne Steine zu finden, die man dann geschliffen als Anhänger tragen könne. Natürlich stattete sie uns auch mit Tipps für ein Restaurant am Mittag und einen Eisladen zum zVieri aus. Und dass wir auch nicht verhungern würden, gab sie uns noch 4 Bananen aus dem Nachbarsgarten mit. Der See war leicht zu finden und auch in der Flussmündung fanden wir den ein oder anderen schönen Stein. Doch an diesem Tag war das Wetter sehr unbeständig. Sehr bewölkt und immer mal wieder regnerisch, daher gingen wir ins Restaurant, welches Lia empfohlen hatte. Ohne Englischkenntnisse der Inhaber war es natürlich schwierig zu bestellen, doch schlussendlich bekamen wir ein gutes Mittagsmenu, auch wenn das Fleisch teilweise sehr fettig war. Aber das ist in Taiwan üblich. Es wird alles vom Tier gegessen. 

Taiwanesisches Essen war uns bisher noch nicht so bekannt, ausser dass wir wussten, dass der Einfluss aus China gross ist. Daher war uns fast alles neu was wir probierten. Zum einen fanden wir ganz in der Nähe des Guesthouses einen Laden, der gedämpfte und gebratene Teigtaschen verkauft. Ganz viele verschiedene Füllungen waren erhältlich, zum Beispiel Lauch+Schwein oder Kimchi oder Gemüsecurry. Alle waren super lecker und für unsere 28 Dumplings zahlten wir gerade mal CHF 5.-! 

Ein weiteres neues, aber trotzdem bekanntes Gericht würden wir als Fondue Chinoise bezeichnen :). Sie sagen einfach ‚Hot Pot‘ dazu. Wir bestellten etwas Fleisch, verschiedenste Pilzsorten, Lattich und Rettich, das wir dann alles in den heissen Topf hineingaben. Die Brühe war aber entgegen unserem Fondue Chinoise viel herzhafter und reichhaltiger. Uns beiden hat es sehr gut geschmeckt. 

Nach den 4 Nächten in Hualien fuhren wir, auf Empfehlung von Lia, für zwei Nächte nach Jinlun. Jinlun ist ein kleines Dorf an der Küste, 200km südlich von Hualien. Es war gemütlich mit dem Zug innerhalb von ca. 3 Stunden erreichbar. 
Wir blieben vorallem hier um uns nochmals etwas Ruhe zu gönnen und einen etwas näheren Einblick ins taiwanesische Alltagsleben zu erhalten. Die Zeit vertrieben wir uns vorallem mit spazieren gehen. Entweder durchs Dorf ins Hinterland oder am wundervollen Strand entlang. Die kräftigen Wellen überschlugen sich und erzeugten ein tosendes Geräusch. Zusammen mit dem durchzogenen Himmel und dem starken Wind entstand eine atemberaubende Stimmung. 

Für uns geht es nun weiter nach Kaohsiung im Südwesten, der zweitgrössten Stadt Taiwans. 

Fukuoka – Sayonara!

Fukuoka konnten wir schon ein bisschen kennenlernen als wir von Südkorea her mit der Fähre nach Japan einreisten. Wir freuten uns nochmals ein paar Tage in dieser tollen Stadt verbringen zu können. Von Yunohira fuhren wir mit dem Zug nach Yufuin, wo wir dann auf den Bus nach Fukuoka umstiegen. Alles verlief reibungslos und mit etwas Glück bekamen wir sogar ohne Reservation gleich die letzten beiden Plätze im ersten Bus nach Fukuoka. Insgesamt dauerte die Fahrt mit Zug und Bus drei Stunden. 

Der Winter war nun auch in Kyushu angekommen. Trotz zeitweise sonnigen Abschnitten war die Temperatur gefühlt zwischen 2 bis 8 Grad Celsius. So kam sogar bei uns etwas Adventsstimmung auf. Zudem gibt es zur Zeit viele Plätze und Strassenzüge, die wie bei uns, am Abend mit Lichterketten erhellt sind. Und auch sonst sieht man überall Unmengen an Weihnachtsdekoration. Sogar Weihnachtsmärkte sind zu finden und wir haben tatsächlich auch noch einen Glühwein getrunken :). 

Ansonsten genossen wir einfach das Stadtleben. Wir spazierten im Ohori Park, besuchten den Fukuoka Tower, inklusive super Aussicht über die Stadt und haben uns das eine oder andere gute Essen gegönnt. Es war ein super Abschluss für unsere schöne Zeit in Japan. 

Nach knapp 4 Wochen die wir in Kyushu verbracht haben, sagen wir voller guter Erinnerungen ‚auf Wiedersehen‘. Wir werden von Fukuoka direkt nach Taipei fliegen und freuen uns schon sehr auf die kommende Zeit in Taiwan.